Buch

Das Buch über unsere Weltwanderung ist ab sofort erhältlich!

 

 

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Rheinwanderung

Mit dieser Hoffnung wandern wir Mitte August los. Von Amsterdam nach Bregenz, durchs Flachland bis zu den Alpen, von der Nordsee bis zum Bodensee. Über tausend Kilometer zu Fuss, ohne Handy, Laptop oder sonstigen Ablenkungen. Wir wollen Wahrheit und nur die Natur kann sie uns geben!

 

Von unserm Schlafplatz unterm Nemo Museum suchen wir Richtung Westen aus der Stadt, vorbei an Bootshäusern und anderen Objekten, die schon einige Zeit im Wasser waren finden wir den Anfang des 70 Kilometer langen Amsterdam-Rijnkanaals.

 

Immer gerade aus geht es durch das flache Holland. Kühe und Schafe, die auf weiten Feldern, statt auf steilen Hängen stehen, sind für uns Kinder der Alpen eine Besonderheit, so lange schnurgerade Strecken haben wir auch noch nie zuvor gesehen. Wir begegnen einigen Radfahrern, in den kleinen Städten leben freundliche Leute.

 

Ab Utrecht folgen wir einem Wanderpfad dem Krommen Rijn entlang. Hier ist es noch friedlicher, die schöne Natur, Früchte und Tiere am Wegesrand lenken ab, wir kommen nur langsam voran. Auch Kanufahrer nutzen den ruhigen Fluss und treiben an uns vorbei. Das gehen fällt leicht, schon am dritten Tag hat sich der Körper an die Anstrengung gewöhnt.

 

Am nächsten Tag erreichen wir den Rhein. Hier, etwa 100 Kilometer vor der Mündung in die Nordsee ist er fast einen halben Kilometer breit. So viel Wasser ist echt beeindruckend. Waschen und rasten ist angesagt. Bei Nijmegen verlassen wir den Strom vorerst wieder und betreten nach fast einer Woche Deutschland.

Wienwanderung

Unser Einstieg in die Welt des Weitwanderns im März 2010. Zweihundert Kilometer von Leoben bis Wien bei eisigen Temperaturen, ohne richtige Ausrüstung, ohne Geld, ohne Erfahrung  und mit reichlich Problemen.

 

Unsere erste Weitwanderung führte uns im März 2010 von Leoben nach Wien. Eine Strecke, die wir schon hunderte Male mit allen möglichen Verkehrsmittel bestritten aber doch noch nie richtig erlebt hatten.

 

Die knapp  200 Kilometer haben wir in etwa fünf Tagen zurückgelegt und dabei die Gesetze des Weitwanderns kennengelernt. Anders ausgedrückt, mehr Anfängerfehler hätten wir in so wenigen Tagen nicht machen können. Wie es aber so ist lernt man gerade aus den eigenen Fehlern am besten, was uns in weiterer Folge auf ein Leben auf Wanderschaft vorbereitete.

 

Wir erfuhren am eigenen Leibe wie wichtig ein guter Schlafsack, ein perfekt angepasster Rucksack, guter Schlaf, ausreichende Wasseraufnahme, natürliche  Ernährung, Hitzeschutz, genügend Rast und Langsamkeit ist.  Dass man auch ganz ohne Geld unterwegs sein kann, weder Karten noch Telefon oder sonstige elektronische Ablenkung braucht und ruhigen Gewissens vertrauen statt misstrauen darf.

 

Wir haben uns aufgemacht um den Weg zu erleben. Wir wollten eine Strecke spüren, die wir normalerweise in weniger als zwei Stunden passieren. Im inneren eines metallenen Wurms oder einer riesigen Kiste krachen wir mehrmals im Monat die gut 180 Kilometer entlang. Dabei sehen wir oft nur weitere Fahrzeuge, Lärmschutzwände oder verschwommene Landschaften und ärgern uns über jede Verzögerung. Auf der fünf tätigen Wanderung konnten wir Städte sehen, die wir bisher nur von Schildern kannten.

Wir gingen durch Gegenden, die wir mit keinen Verkehrsmittel erreicht hätten und trafen Menschen, die uns ermutigten und weitergebrachten. Das Leben beschränkte sich in den fünf Tagen auf die wesentlichsten Dinge. Um sechs aufstehen, ein paar Stunden gehen, essen, gehen, wieder essen und schlafen.

 

 

Der letzte Tag vor Wien war einfach zu hart. Nach mehreren eiskalten Nächten, täglichen vierzig Kilometern, kaum Wasser und Essen versagte der Körper bei Wiener Neustadt. Ein Liter Orangensaft gab uns den Rest und hielt sich nicht lange im Magen. Danach war uns beiden stundenlang übel und wir mussten zugeben es etwas übertrieben zu haben.

 

Unglaublich glücklich und stolz kamen wir trotzdem in Wien an und wussten bald, wir wollen mehr, weiter und länger. Besser vorbereitet und richtig ausgerüstet allerdings.

Rowin Höfer und Marvin Fritz auf Wienwanderung

Equipment

2xShirt, Global 2000

Patagonia Fleecejacke

Patagonia Shirt, Live Simply

Vaude Zelt, Hogan Ultralight 2 Personen

2xTherma Rest Matte, ProLite Red

Lowealpine Rucksack, TFX Cerro Torre 65:85

Lowealpine Rucksack, TFX Appalachian 65:85

2xMountain-Equipment Schlafsack, Classic 1000

Patagonia Regenjacke, Ascensionist Gecko Green

2xBergans Regenhose, Superlett

Patagonia Bottoms, lightweigt

Patagonia Long Sleeve, lightweight

Patagonia Regenjacke

Ortovox Bottoms, Competition, Black

Ortovox Long Sleeve, Competition, Black

Bergans Fleecejacke, Sandoya

Bergans Shirt, Footprint, Grau

Dancing Shiva Hemd, Pure Hemp

2xJean, lang

2xOdlo Boxershort, Light Black

2xOdlo Boxershort, Cubic Delfter Blau

2xOdlo Handschuhe, Elements, windproof, lack

Arcterix Haube

2xSteirerhut

2xNalgene Weithalsflasche, Everyday, 1 liter

2xLight Trek Regenschirm

Smartwool Socken, hiking medium crew

2xTeva Sandalen, Terra Fi 3

2xWaldviertler Schuhe, vegan

Toilettetasche, selbstgenäht

Mumut Stirnlampe

2xMicrofaser Handtuch

Petzl Stirnlampe, Tikka 2

Omron Schrittzähler Walking II

Phytopharma Zahnpasta

Monte Bianco Zahnbürste

2xNotizbuch, selbstgebunden

Tupperware Faltschüssel

Exped Fold-Drybab

Haarbürste, Holz

Fleecehemd

Socken

Ricoh GXR

Ricoh A12 28mm 2.8f

Ricoh M-Modul

Voigtländer 40mm 1.4f

Ladegerät

Filter ND9

2xSD Karte

4xAkku

Stativ

-Motorola Defy

-Canon EOS A1

-Canon 17-40mm 4f

-3xFilm

+12xHose

+13xSocken

+4xBoxer

+3xPullover

+2xMatte

+11xShirt

+USB-Stick

+2xSpeicherk

+9xStifte

+Zeltstangen

+2xHut

+Sandalen

+Haube

+9xStock

 

Summe

 

683

160,5

922

59

3875g

19

5430g

105660g

112

198

67,5

40566g

15600g

87

14

511,5

3

13

8

9425g

1425g

506

51

17

569

7825g

6825g

123

 

 

Äpfel

Avocados

Bananen

Birnen

Beeren

Cherimoyas

Salat

Getreide

Feigen

Wasser in Liter

Gurken

Gemüse

Hülsenfrüchte

Kakis

Kiwis

Mandarinen

Mangos

Melonen

Nektarinen

Nüsse

Oliven

Orangen

Papayas

Pflaumen

Tomaten

Trockenfrüchte

Weintrauben

Zwetschgen

 

 

I

 

108

2

108

1

 

 

725g

1000g

102

10,5

15

7855g

2050g

48

2

23

0,5

0,5

3

5250g

400g

18

 

11

92

2225g

4425g

14

 

F

 

120

19

131

1

 

 

575g

2000g

 

11

13

5425g

5000g

26

6

43

½

1

 

375g

450g

49

 

 

80

2325g

475g

 

S

 

130

47

158

4

1750g

19

50g

8875g

1

31

18

4765g

2875g

13

 

283

1

 

 

1975g

150g

289

 

 

95

1100g

600g

M

 

61

31

98

 

3875g

 

 

25575g

 

17

8

2720g

250g

 

 

 

 

1,5

 

 

 

126

 

 

49

500g

 

 

 

A

 

91

43

160

23

 

 

2150g

43000g

 

57,5

2

9153g

2175g

 

1

97

 

 

 

125g

300g

5

2,5

 

97

875g

125g

 

 

B

 

9

2,5

20,5

 

 

 

 

2475g

 

4

1

950g

375g

 

1

 

 

0,5

 

100g

 

3

6

 

7

100g

 

 

 

P

 

15

2,5

16

 

 

 

 

2250g

 

4,5

0,5

1275g

250g

 

 

12,5

 

2

 

 

 

1

5,5

 

4

 

 

 

 

E

 

72

8

128

 

500g

 

1225g

15775g

 

45,5

3

4750g

1875g

 

 

12

 

6

 

125g

 

3

35

 

54

100g

K

 

1

3

2,5

 

 

 

 

1135g

 

2

 

150g

 

 

 

 

 

0,5

 

 

 

6

1,5

 

1,5

 

Summe

 

340

106

199

19

119

3

115

127

95

10040758

7376,7

1700

3234

1419

426

13

6125

167

91

26

86

81

12

19

59

64

80

57

5

2

 

 

 

 

Tage

Pausentage

Sonnentage

Regentage

Wolkentage

Schneetage

Nächte im Zelt

im Schlafsack

im Haus/Drinnen

Schritte

Kilometer

Stunden Drinnen

Schlafstunden

Gehstunden

Wegfragen

Karten

Fotos

Wasseraufnahme

Essenseinladungen

Schlafplatzangebote

Mitfahrangebote

Ganzkörperwäsche

Kleidungswäsche

Rasuren

Polizeikontakte

Reisepasskontrollen

Drogenangebote

Feuer Gemacht

Hundeangriffe

Hunde mitgelaufen

Statistiken

 

 

B

 

5

5

3

 

2

 

 

 

5

11639

8,4

70

48

1,49

6

 

67

5

 

 

 

3

 

 

1

2

1

 

 

 

 

P

 

7

7

4

 

3

 

 

 

7

21554

18,7

60

56

3,06

8

 

12

3

 

 

2

5

 

 

2

4

10

 

 

Aufzeichnungen

Feigen, Sand, Zitrusfrüchte, Avocados, Cherimoya, Plastikmüll, Brennholz und Gestein als Erinnerung an das, was uns alle vergangenen tausend Kilometer am meisten bewegte!

21,15 Kilometer war die längste Strecke ohne einer einzigen Kurve. Etwa 500 Meter versetzt ging es dann in selbe Richtung wieder über zehn Kilometer geradeaus durch die argentinische Pampa weiter.

21,15 Kilometer war die längste Strecke ohne einer einzigen Kurve. Etwa 500 Meter versetzt ging es dann in selbe Richtung wieder über zehn Kilom
Rowin Höfer - Das Notizbuch als wichtigster Begleiter, jeder Tag festgehalten!
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little miss itchy feet Artikel

Wegstrecke

Always The Same

 

Diplomprojekt

 

treehearts

 

rve

 

hometown

 

visual

Argentinia

1931 kilómetros

89 días

    España

  1665 kilómetros

71 días

Rowin Höfer - 492 Kilometer in 29 Tagen durch Marokko

Gallerie

Multimediashow

Zu Fuß durch die Welt, auf der Suche nach dem was zählt

Trailer

Rowin Höfer - 727 Kilometer in 41 Tagen durch Equador

Österreich

437 Kilometer

16 Tage

   Italia

1064 chilometri

   37 giorni

France

797 kilomètre

36 journées

Maroc

492 kilomètre

26 journées

  Ecuador

 727 kilómetros

41 días

                           Von Oktober 2011 bis Mai 2013 reisten wir durch insgesamt achtzehn verschiedene Länder der Welt.

Durch acht davon ausschließlich zu Fuß - all jene, mit Ausnahme von Uruguay, finden sich hier abgebildet.

Wenige Seiten weiter gibt es mehr Infos zu

den restlichen Ländern und weitere

Zahlen zu unserem Weg!

Unsere Wanderung begann mitten im Herbst in Wien

und sollte so schnell wie möglich gen Süden führen. Wir erreichten Italien zwei Wochen später, doch wirklich warm hatten wir es erst ab Südspanien und Marokko,

vier bis sechs Monate später. Der Herbst hatte jedoch

den Vorteil, der vielen reifen Früchten.

Der zweite Teil führte uns durch Südamerika - von Buenos Aires

nach Uruguay, wieder zurück nach Argentinien,  bis in den äußersten Nordosten. Diverse Verkehrsmittel brachten uns durch Bolivien und Peru an die Grenze zu Ecuador, das wir in den darauffolgenden Wochen durchschritten. Das  Ende der Wanderung beschlossen wir auf einer Seehöhe von 6310 Meter, am Gipfel des Volcán Chimborazo.

 Daraufhin reisten wir noch durch weitere acht Länder, in Amerika und Asien bevor wir im Sommer 2013 heimkehrten.

Rowin Höfer - 1931 Kilometer in 89 Tagen durch Argentinien
Rowin Höfer - 1665 Kilometer in 71 Tagen durch Spanien
Rowin Höfer - 797 Kilometer in 36 Tagen durch Frankreich
Rowin Höfer - 1064 Kilometer in 37 Tagen durch Italien
Rowin Höfer - 437 Kilometer in 16 Tagen durch Österreich

 

Unser lieber Freund Johannes Kogler hat uns samt Freundin und Kameraausrüstung im Sommer 2012 in Ecuador besucht. Zusammen sind wir einige Tage dem alten Inkaweg gefolgt. Dabei entstand dieses wundervolle Video, in dem wir über unsere Erlebnisse in Südamerika berichten und einen allgemeinen Blick auf die gegangenen Kilometer werfen, auf Ermüdungserscheinungen, Naturerlebnisse, Essensumstellungen, Materialverschleiß und wie man ohne Kosten übernachtet.

Rowin Höfer - Zu Fuß durch die Welt

 

 

Ö

 

16

2

10

2

4

 

1

8

7

607235

436,6

120

140

78,06

47

1

244

7

15

9

1

8

2

1

 

 

 

 

 

1

 

 

I

 

37

5

17

7

13

 

2

30

5

1477589

1063,5

110

350

189,18

98

4

972

11

17

3

8

9

3

4

8

8

3

 

 

F

 

36

6

24

2

10

 

19

11

5

1079725

796,8

160

340

146,23

19

4

782

10

5

1

1

4

1

3

3

3

3

1

 

 

S

 

71

21

51

1

18

1

9

55

7

2174327

1664,7

225

672

328,32

71

1

1549

30

14

4

3

13

2

3

9

11

23

3

1

 

 

M

 

26

9

15

1

10

 

 

15

11

682079

491,4

218

245

96,32

7

1

247

15

12

3

25

4

 

2

3

9

19

1

 

 

 

A

 

89

27

53

2

33

2

66

2

20

2645689

1931

380

905

380,25

124

1

1489

50

16

3

31

19

2

6

22

15

5

43

3

1

 

 

U

 

8

1

5

 

3

 

8

 

 

316994

228,4

1

49

45,47

5

 

81

5

2

0

7

1

 

 

2

2

1

3

 

 

 

E

 

41

19

15

4

22

 

10

5

26

1008647

726,3

298

409

149,17

33

1

676

29

10

3

8

15

2

 

4

7

14

6

1

 

 

K

 

4

4

2

 

1

 

 

1

2

15280

10,9

58

20

1,1

8

 

6

2

 

 

 

 

 

 

5

3

1

 

 

 

Alle Zahlen auf dieser und auf der folgenden Seite sind pro Person gerechnet. Wir haben jeweils die Durchschnittswerte unserer beiden Aufzeichnungen genommen. Gehstunden und Kilometer wurden mittels Schrittzähler ermittelt, den Rest hat hauptsächlich Marvin sorgfältig notiert. Die Abkürzungen oben stehen für die jeweiligen Länder: Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Marokko, Argentinien, Uruguay, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien.

Ö

 

54

2

80

6

1625g

 

750g

 

9

9,5

7

2423g

 

 

3

20

1

1

5

1475g

75g

5

1

6

85

425g

1200g

109

 

U

 

22

0,5

20

24

 

 

 

3375g

 

5,5

 

1100g

750g

 

1

21

 

 

 

 

50g

1

 

 

4,5

175g

 

 

 

Somit ergeben sich umgerechnet 500kg Obst, 140kg Gemüse, 106kg Getreide und 25kg Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte im Durchschnitt pro Person innerhalb von 20 Monaten. Beachtlich ist auch, dass nur die Menge an gegessenen Bananen mit 111kg schon mehr ausmacht als die Summe aller verzehrten Getreideprodukte von 106kg. Danach folgen Äpfel mit 89kg, Tomaten mit 69kg, 66kg Orangen, 52kg Manderinen und 41kg  Avocados.

2xSigg Aludose

2xReisepass

Kokosöl

2xStift

Karabiner

Haarband

2xHolzlöffel

Nylonbeutel

2xTiger Balm

2xOpinel Messer

Wörterbuch

Klebeband

Schrittzähler:

Rasierer

Ucon Haube

Rowin Höfer - Unsere gesamte Ausrüstung im Überblick.

Tagebucheintrag 15.3.2010

Eintausend Kilometer in dreißig Tagen als Vorbereitung auf die Weltwanderung. Großteils entlang dem Rhein von Amsterdam nach Bregenz im August 2010,  vegan und bereits völlig entschlossen.

...letzte Nacht vor der Wanderung, ich kann schon nicht mehr warten. Die wochenlange Aussicht auf Bewegung, auf Erschöpfung, auf Erreichen der körperlichen Grenzen wird womöglich schon morgen oder übermorgen vom Wunsch der Ruhe und Entspannung abgelöst werden. Amsterdam ist wunderschön. In der Früh fast so schön, um eine Abreise zu bereuen, doch nachmittags so voll und hektisch, dass einer Flucht nichts entgegen steht. Die Stadt scheint das Amüsier- und Spaßzentrum Europas zu sein, doch ich will Zufriedenheit und wahres Glück, nicht Entertainment oder schnelles, kurzweiliges Vergnügen und kein Mittel von Außen, sondern die Erfüllung der inneren Bedürfnisse und Sehnsüchte sollen diesen Zustand herbeiführen.

Tagebucheintrag 10.08.2010

Die nächsten Tage folgen wir der alten Römerstraße durch Nordrhein-Westfalen. Außer ein paar Museen und Steinen ist hier leider nicht mehr viel vom alten Reich übrig. Jetzt rasen moderne Metallkisten über harten Asphalt. Darin sitzen arme Körper die Tag für Tag zur Arbeit eilen. Einen Meter daneben wandern wir den ebenso leblosen Radweg entlang. Nächst menschenlosen Häusern, Discountläden, Sonnenstudios, einsamen Gesichtern und riesigen Industrieanlagen erkennen wir, dass wir nicht mehr in Holland sind.

 

Der Himmel ist regnerisch und grau, doch trotzdem noch freundlicher als die Straße neben uns. Bald sollten wir eine andere Seite des Landes erfahren, wir marschieren in das Ruhrgebiet, den größten Ballungsraum Deutschlands. Mit über fünf Millionen Einwohner und wahrscheinlich doppelt so viel Autos haben es Fußgänger hier nicht leicht. Doch den Weg haben wir uns selbst ausgesucht, wir gehen dem Rhein entlang und der führt eben auch durch Großstädte. Außerdem wollen wir die Reaktionen der Menschen erfahren und ihnen eine andere Möglichkeit vorstellen oder wieder in Gedächtnis rufen. Zu Fuß gehen verblüfft die moderne, urban Bevölkerung, nur ältere Menschen können uns noch verstehen.

 

Wir treffen einen mittelalten Hundebesitzer, er begleitet uns ein paar Kilometer und erklärt uns den weiteren Weg.  Der Mann hat vor kurzem Arbeit und Frau verloren. In seinem Alter ist es nicht einfach  neu anzufangen, trotzdem ist er zuversichtlich und guter Laune. Wir sind dankbar für die Begegnung. Durch den Herrn kann ich das Sicherheitsdenken unserer Gesellschaft etwas besser verstehen. Wir jungen Leute haben die Möglichkeit unser Leben in alle Richtungen zu lenken. Männer und Frauen mit vierzig oder sechzig, die eine Veränderung schaffen sind zu bewundern. Sicherheit und Wohlstand für ein lebendigeres Leben aufzugeben und  den gewohnten Lebensstandard zu verlieren ist wirklich mutig. Wir haben ohnehin keinen hohen Standard und lenken unser Leben weiter Richtung Bonn. Mit zwanzig durch die Welt ziehen, auf der Straße leben und glücklich sein ist ganz schön leicht. Wir treffen junge Menschen, die wir dazu motivieren und ältere Menschen, die uns motivieren.

Ein deutsches Ehepaar hockt auf einer Bank. Sie kochen gemütlich. Daneben stehen ihre Fahrräder, die sie von Portugal bis hierher brachten.  Ihre glücklichen Gesichter zeigen uns, wie einfach das Leben auch später noch sein kann. Wir freuen uns auf den weiteren Lebens- und Wanderweg. Langsam wird es hügeliger, wir sind in der schönen Weingegend am Mittelrhein.

 

In Bingen lassen wir den Rhein wieder hinter uns und entscheiden uns für den kürzeren Weg. Diesmal eine gute Entscheidung, wir wandern über Hügel, durch Felder und Dörfer an einsamen Radwegen entlang. Aus Neugierde betreten wir einen riesigen Hypermarkt. Wie wollten nur eine Packung Reis, doch bekamen Toiletten und gratis Mahlzeiten. Am selben Abend sollten wir ein weiteres Geschenk ganz anderer Art erhalten. Kurz nach Sonnenuntergang begrüßt uns ein großer Schwarm von Schwalben und zeigt uns ihre Kunststücke. Ständig kommen weitere Vögel von allen Richtungen dazu, fliegen im Kreis, auseinander und wieder zusammen. Wenn eine die Richtung ändert, ziehen alle mit. Autos rasen stur vorbei, wir starren fasziniert zum Himmel. Zu Fuß reisen wir mit der richtigen Geschwindigkeit um die Schönheit und Spannung der nackten Welt zu erkennen. Wie eine der Schwalben ziehen wir in eine andere Richtung, doch wer kommt mit?

 

In Worms machen wir wieder einen Tag Pause. Statt gehen, baden, statt kalten Regen, warmes Badewasser, statt schnelles Essen, Reis mit Tofu, statt Zelt und Matte, Haus und Couch. Ein netter Wormser zeigt uns seine Stadt, erzählt Teile des Geschichtsunterrichts und noch viel mehr, viel mehr. Als Freude über seine Zuhörer, bietet er uns eine warme Stube, Couch, Apfelsaft und Marmelade an.

 

Hier gelangen wir wieder für kurze Zeit an den den Rhein bevor wir uns endgültig verabschieden und die restlichen Tage quer durch Baden-Württemberg suchen. Schön hügelig, gut beschildert und bei schönstem Wetter gelangen wir immer näher ans Ziel.  Kurz vor dem Bodensee werden wir noch mit reichlich frischem Obst im höchsten Reifegrad belohnt. Die Glücksgefühl in Bregenz wird mir stets als eines der nachhaltigsten meines Lebens in Erinnerung bleiben.

ZU FUSS DURCH DIE WELT

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Wir sind ständig unter folgenden Mailadresse erreichbar und heben auch am Telefon ab:

 

info@vonwegen.at

 

+43 650 63 40 844

 

Unser langfristiges Ziel ist es einen Ort zu schaffen, wo ein permanentes Sein in der Natur wieder möglich ist - eine Gemeinschaft aus Individuen, die ähnliche Träume teilen, zu gründen - neue Wege zu gehen, autark, einfach und selbstbestimmt.

 

Wir freuen uns über alle, die Interesse an diesem Vorhaben finden und uns irgendwie Unterstützen wollen.

 

Wir hoffen euch außerdem bei einem unserer Vorträge oder Workshops begrüßen zu dürfen und nehmen jede Bestellung mit größter Dankbarkeit an.

 

 

 

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